Rasseportrait

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts ist der Holländische Schäferhund in seiner heutigen Form bekannt. Einst wurde er in den großen Heidegebieten von Noord-Brabant als Schäferhund eingesetzt, um die kostbaren Äcker vor den Schafen zu schützen. Bedenkt man die kärglichen Lebensumstände der Schäfer, die häufig von Bauern angestellt wurden und deren Lohn sehr klein war und kaum zum Leben reichte, so mag es kaum wundern - und es wird auch immer wieder darauf hingewiesen, dass der Hund nicht nur Hüte- und Wachhund war, sondern dem Hirten auch half, den kargen Speisezettel etwas aufzubessern, indem er ihm beim Wildern half. Außerhalb ihrer Heimat haben die holländischen Schäferhunde heute nur eine geringe Verbreitung gefunden. Das mag daran liegen, dass sie einerseits dem Belgischen Schäferhund zu ähnlich sind und auch häufig mit diesem verwechselt werden und dass andererseits der Deutsche Schäferhund weltweit als der Gebrauchshund schlechthin gilt. Dabei stehen sie in Bezug auf Robustheit und Gebrauchshundeeigenschaften weder den Belgischen noch den Deutschen Schäferhunden in nichts nach. 

 

1898 wurde der "Nederlandse Herdershonden Club" gegründet. Die definitive Anerkennung der Rasse durch die FCI erfolgte aber erst im Jahr 1960. 

 

Der heutige Standard:

FCI-Standard Nr. 223

Ursprungsland: Niederlande

FCI-Gruppe:     1/Hüte- und Treibhunde

 

Allgemeines: mittelgroß, gut bemuskelt, mittelschwerer Hund von kräftigem, gut proportioniertem Körperbau, intelligenter Ausdruck, lebendiges Temperament.

Verhalten und Charakter: anhänglich, gehorsam, sehr wachsam, aktiv, arbeitsfreudig, anspruchslos, treu und zuverlässig, stets aufmerksam und von großer Ausdauer

Größe: der Körper ist im Verhältnis von ca. 10 zu 9 länger als die Höhe am Widerrist.

Widerristhöhe bei den Rüden               57 - 62 cm

Widerristhöhe bei den Hündinnen         55 - 60 cm

Haararten:

Kurzhaar

Langhaar

Rauhaar

Farbschläge:

Für Kurz- und Langhaar:       

Gold und Silber gestromt, hell oder dunkel

Für Rauhaar:                      

Gold und Silber gestromt, Pfeffer/Salz, Blaugrau, hell oder dunkel

Gewicht:

Hündinnen     ca. 20 - 23 kg

Rüden           ca. 28 - 31 kg

 

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Hollandse Herdershond, Kurzhaar

Der Kurzhaar ist die häufigste Varietät der Holländischen Schäferhunde. Er ist ein selbstsicherer, temperamentvoller und fröhlicher Kamerad, sensibel, aber keineswegs nervös. Fremden gegenüber ist er anfänglich zurückhaltend, was sich aber nach kurzer Zeit legt. Er ist freundlich und spielt gerne mit Artgenossen. Abwechslung liebt er über alles. Er ist neben einem angenehmen Familienhund (kinderlieb) ein ausgesprochen guter Arbeitshund, der unbedingt beschäftigt werden muss, sonst ist er total unterfordert. Mit Zeit, Geduld, Liebe und Motivation erreicht man mit ihm fast alles. Seine Stärken sind sein ruhiges, ausgeglichenes Wesen.    

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Hollandse Herdershond, Langhaar

Der Langhaar ist von allen drei Varietäten der feinfühligste. Ängstlich sollte er sich aber nie zeigen. Sein Bewachungstrieb ist ausgeprägt. Von seinem Besitzer erwartet der Langhaar, der sich Fremden mit einer gesunden Skepsis nähert, Einfühlungsvermögen und Geduld. Der Familie und Freunden gegenüber ist er treu ergeben. Sein Temperament sollte nicht mit Nervosität zu verwechseln sein. Der Langhaar arbeitet sehr gerne, solange es ihm Spaß macht. Seine Neugier ist enorm. Er ist ein toller Begleiter für die ganze Familie.

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Hollandse Herdershond, Rauhaar

Ein Naturbursche durch und durch ist der Rauhaar. Seit mehr als 100 Jahren blieb er der gleiche Typ. Wo immer er auftritt, strahlt er Geradlinigkeit, Offenheit und Selbstbewußtsein aus. Sein Bewachungsinstinkt ist sehr ausgeprägt. Als Einmannhund gehört er in eine konsequente Hand - sein Besitzer benötigt in seiner Erziehung viel Überzeugungskraft und vor allem noch mehr Geduld. Er liebt Ehrlichkeit und Offenheit und haßt ungerechte Grobheiten. Nachtragend ist er aber überhaupt nicht. Für einen Anfänger ist der Rauhaar nur bedingt geeignet, weil gerade Rüden oft die Rudelführigkeit in Frage stellen, was zum Teil viel Durchsetzungsvermögen und Geschick vom Besitzer fordert. Die Reizschwelle beim Rauhaar ist sehr hoch. Er ist ein fröhlicher und gut gelaunter Hund, der selbst bei Hitze, Kälte, im Regen oder bei Schneegestöber seine ihm zugeteilte Arbeit mit viel Elan und großem Arbeitseifer verrichtet. Er ist erst mit 3 - 4 Jahren "erwachsen".